Dharamshala – am Fuße des Himalaya

Und da bin ich auch schon wieder. Das letzte Mal habe ich super viel geschrieben, hoffe es war nicht zu viel?! Aber manchmal bin ich einfach im Flow…. ;-D

Teil 2 der Reise führte mich nach Dharamshala bzw. nach McLeodGanj bzw. nach Bhagsu. 🙂 Nach 11,5 Stunden Fahrt für ca. 230 km in vier unterschiedlichen Bussen und zum Schluß einer 20 minütigen Taxifahrt (Bus war leider nicht mehr verfügbar 😉 ) bin ich schließlich in McLeodGanj angekommen. Ich konnte mich sehr glücklich schätzen, dass alles so reibungslos funktioniert hat. Ich musste nie länger als 15 Minuten auf die nächste Verbingung warten und jeden den ich gefragt habe, hat immer auf den richtigen Bus gezeigt. Also die besten Voraussetzungen relativ zügig dort anzukommen, wo man hin möchte. 🙂 Aber im Ernst: Jeder Inder war sehr hilfsbereit und bemüht mir den richtigen Bus und Weg zu zeigen. Sie sind meinereiner also noch nicht überdrüssig geworden. ;-D
Die Busfahrten haben mich zusammen 335 Rupees = 4,65 Euro gekostet. Fast genau so viel wie die Taxifahrt zum Schluß. Spätestens jetzt wußte ich, die Zivilisation hat mich wieder. 🙂

Und in der Tat, war es auch so. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich bin in einem super touristischen Ort gelandet mit zu vielen und zu großen Hotels, zu vielen Restaurants, zu vielen Baustellen, zu vielen Souvenirshops, zu vielen Taxis und Rickshawfahrern und definitiv zu wenig Natur. So mein erster Eindruck. Es dauerte ca. zwei Tage um auch mental anzukommen und zu entscheiden, ob ich den Ort mag oder eher nicht mag. Schließlich hatte ich mich mehr oder weniger an die Umgebung gewöhnt und aus einem mehr oder weniger geplanten fünftägigen Aufenthalt sind zwei Wochen geworden.

14 Tage habe ich zusammen mit den Waste Warriors verbracht, zwei Brüder, welche für eine NGO – Nichtregierungsorganisation – arbeiten und sich für den Schutz der Umwelt einsetzen. Die Jungs wohnen mit ihren drei einjährigen und sehr verspielten Hündinnen in Bhagsu, einem kleinen Ort ca. 15 Minuten füßläufig von McLeodGanj entfernt. Aufgabe bzw. Job der beiden ist es, die Umgebung und Wanderwege sauber zu halten, den Müll der umgebenden Hotels und Haushalte zu recyceln und Aufklärungsarbeit in Schulen und Dörfern zu leisten. Zur Hochsaison sprechen sie Touristen an und fragen unvermittelt, ob sie Lust haben einen Tag mitzuhelfen. Hinsichtlich der indischen Ich-lass-meinen-Müll-an-Ort-und-Stelle-fallen-Mentalität leisten sie unglaublich wertvolle Arbeit. Wer mich kennt, weiß, dass ich natürlich mit angepackt habe. Zweimal hieß es Müll recyceln, einmal haben wir den Wanderweg nach Triund gesäubert und ein anderes Mal eine kleine Wiesenfläche von Müll befreit. Abfall recyceln bedeutete die Trennung von Weichplastik wie Wasserflaschen von Hartplastik wie den Verschlüßen der Tetrapacks. Sowie die Trennung von Glas, Metall und Papier. Wer sich mehr für die Arbeit der beiden interessiert, kann sich auf der Facebook-Seite der „Waste Warriors Dharamshala“ oder auf der offiziellen Seite unter www.wastewarriors.org informieren. In der Hochsaison kann man sie auch als Volunteer mehrere Wochen unterstützen. Im Moment genießen sie jedoch die Nebensaison und das die Wege auf Grund mangelndem Tourismus mehr oder weniger sauber bleiben.

Aber warum wollte ich hierher? Antwort: Ich war einfach neugierig wo und wie der Dalai Lama wohnt. 🙂 Viel mehr steckt eigentlich nicht dahinter. Seit seiner Flucht aus Tibet im März 1959 lebt er und weitere tausend Exil-Tibeter an diesem Ort. Die Fotogalerie beginnt mit meinem Besuch des Tempels. Ein sehr einfaches Gebäude ohne großen Prunk und Tamtam. Wenn man den kleinen Hügel umrundet, was man man im Uhrzeigersinn tun sollte (ratet mal wer gegen den Uhrzeigersinn gelaufen ist… 😉 ) trifft man auf betende Mönche und Tibeter, welche die unzähligen Gebetsmühlen drehen. (und dies im Uhrzeigersinn 🙂 ) Diese Mühlen sind eine Art Walzen auf denen Gebete und Mantras aufgedruckt sind. Weiterhin sieht man überall die im Wind wehenden bunten Gebetsfahnen. Durch die Fahnen, welche bis zur Verwitterung an Ort und Stelle hängen, werden die Gebete und Wünsche in den Himmel getragen. Auch diese sind mit Symbolen wie dem Windpferd und den vier Krafttieren (Drache, Tiger, Schneelöwe, Garuda – halb Mensch/halb Adler) und Mantras bedruckt. Weiterhin findet man an diesem Weg zahlreiche Manisteine. Mit ihnen wird um Schutz oder geistige Entwicklung gebeten. Diese Steine und Steinplatten sind mit heiligen Texte und Gebetsformeln sowie Buddha- und/oder Heiligenbilder graviert oder beschriftet. Leider konnte ich mich nur oberflächlich mit der tibetische Geschichte und dem tibetischen Buddhismus auseinandersetzen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall tiefer in den Stoff einzutauchen, was ich nachholen werde.

Aber warum reisen andere nach Dharamshala? Antwort: Neben der Tatsache, das der Dalai Lama hier sein Häuschen hat, ist das Tal vollgestopft mit Meditations-, Ayurveda- und Yogacentren. Man kann Mahi-, Hatha-, Alpesh-, Asthanga- und Therapeutisches Yoga praktizieren. Für Einsteiger und Fortgeschrittene, für Intentensiv-Kurs-Interessierte und diejenigen, welche sich zum Lehrer ausbilden lassen wollen. Panchkarma Behandlungen, Detox Therapien, Massage Kurse, Reiki und Tantric Healing sowie Engergy-, Crystal- und Chakra Healing. Hier schlägt das Herz für die Seele. 🙂

Ein großes Highlight, von vielen kleinen, war unsere Wanderung nach Triund. Dieser Ort in den Bergen mit Sicht auf die ersten Ausläufer des Himalaya war atemberaubend. Ich kann euch gar nicht genau beschreiben, was der Blick auf die riesigen, ein bisschen mit Schnee bedeckten Berge, bei mir auslöste. Wenn ich es beschreiben müsste, dann mit folgenden Worten: Glück, Harmonie, Liebe, Ruhe und Frieden. Das muss für euch klingen, als wäre ich auf Droge, aber tatsächlich war ich in einer Art Glücksrausch. Die zwei oder drei Stunden, welche wir an diesem Ort verbrachten, konnte ich meine Augen kaum von der Aussicht abwenden. 🙂
Den Weg dahin haben wir in ca. 3,5 Stunden zurückgelegt. Inklusive Fotoshoots. 😉 Für dem Rückweg haben wir die gleiche Zeit benötigt, da ich ohne Frage die Landschaft festhalten musste, die kurz vor Sonnenuntergang golden schimmert und es sich bei Dunkelheit in den Bergen nur bedingt schnell wandern läßt. 😉 Dies war ein rundherum gelungener Tag, welchen ich nicht so schnell vergessen werde.

Ein Tagesausflug nach Dharamshala musste natürlich auch unternommen werden. Die Stadt an sich ist jedoch sehr unspektakulär und ohne besondere Sehenswürdigkeiten. Da ich mich einfach von meinem Bauchgefühl habe treiben lassen, kann ich natürlich durchaus die interessanten Viertel verpasst haben. Aber das denke ich eher nicht. 🙂 Mein erster Eindruck: die Bewohner dieses Ortes wie auch von McLeodGanj sind nicht wirklich arm. Fast jede Straße, die mich meine Intuition hat einschlagen lassen, blickte ich auf große, massiv gebaute Häuser mit Garten – ähnlich unseren Siedlungen.

Die zwei Wochen in Bhagsu waren sehr intensiv und ich habe viel gelernt. Was genau, bleibt hier unerwähnt, aber im Moment bin ich tiefenentspannt. Ich habe für Stunden einfach in der Sonne gelegen und relaxt, sehr erkenntnisreiche Gespräche geführt, nachgedacht, Entscheidungen getroffen, gelesen, geschrieben und wieder angefangen zu zeichnen. Ich habe für die Jungs lecker gekocht und die Jungs für mich. Ich weiß nun wie man Kartoffel-Parantha zubereitet und unterschiedlich würzen kann und dass man durchaus Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, ein paar Streifen Kohl, Möhren und Erbsen mit Apfel-, Orangen- und Papayastücken zu einem bunten und super leckeren Gemüse-Früchte-Salat mischen und zum Frühstück servieren kann. Wir sind zweimal bei Dunkelheit gewandert und ich konnte den unglaublichen Sternenhimmel inklusive Milchstraße bewundern und genießen. Zeit spielte in diesen 14 Tage keine Rolle. Das heißt, auch abends kann man auf das vorhandene Motorrad, eine super alte Royal Enfield Thunderbird mit Kickstart!!, steigen und bergauf zu den Sternen fahren. Weiterhin habe ich atemberaubenden Sonnenuntergänge erleben dürfen. Die Farbkombinationen von gelb, orange, rot, blau, rosa sowie violett waren unglaublich. Wie ihr lesen könnt, ziehe ich immer noch eine Menge Energie aus dieser Zeit. 😀

Folgende zwei Zitate von Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama beschreibt die Erlebnisse und Erkenntnisse dieser zwei Wochen ziemlich gut:

“There is only one important point you must keep in your mind and let it be your guide. No matter what people call you, you are just who you are. Keep to this truth. You must ask yourself how is it you want to live your life. We live and we die, this is the truth that we can only face alone. No one can help us, not even the Buddha. So consider carefully, what prevents you from living the way you want to live your life?”

„The purpose of our lives is to be happy.“

Aber nun Fotos schauen. Ich hoffe es sind nicht zu viele Bilder von Sonnenuntergängen…., aber atemberaubend trifft es ziemlich gut. 😀

3 Kommentare

  1. Hallöchen meine liebe Nancy,

    herzliche Weihnachtsgrüße – mit Frühlingstemperaturen – senden dir ganz lieb, deine Hötzschi`s.
    Wir denken ganz doll an dich und werden deinen letzten Reisebericht mit beeindruckenden Bilder
    jetzt in unserer Urlaubszeit genießen 🙂 Wir wünschen dir alles, alles Gute, weiterhin beste Gesundheit
    und viel Freude mit deiner Kamera, damit du noch viele tolle Augenblicke „einfangen“ kannst.
    Deine Ines und family

  2. Hallo Nancy, Weihnachtsgrüsse aus Deutschland, Sachsen,Leipzig, Mölbis. Wir haben deine wunderschönen Bilder angeschaut. Beeindruckend, du wirst eine schönes Buch daraus gestalten können.
    Heike und Michael wünschen Dir noch viele Erlebnisse, komme gesund ins Jahr 2016

  3. schöne Fotos. Sieht fast so aus wie in Tibet 😉 nur die Berge, die sind hier etwas schöner!
    Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und wunderbare Erlebnisse out there!.
    Viele Grüße
    Birte

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