Ankunft in Kathmandu

Ich hänge ein bisschen mit meiner Rajasthan-Berichterstattung, daher fix ein Update der letzten Tage.

Aber zuerst: Ich hoffe ihr hattet alle ein tolles Weihnachtsfest! Habt euch ordentlich den Bauch vollgeschlagen und jede Minute mit euren Liebsten genossen. Da Weihnachten für mich ausschließlich bedeutet Zeit mit der Familie zu verbringen, war mein Weihnachten diese Jahr ziemlich unspektakulär. Hinzu kommt, dass hier (fast) keiner feiert. Außer ein paar Weihnachtsbäumen und minimaler Weihnachtsbeleuchtung in den großen Einkaufszentren und in einer handvoll Restaurants findet man keinerlei Deko oder im entferntesten die heimeliche Atmosphäre, die wir gewohnt sind. Das heißt, es war nichts vorhanden was richtige Weihnachtsstimmung in mir hervorrief, aber damit konnte ich dieses Jahr sehr gut leben. 😀

Letzte Woche Mittwoch bin ich von meinem Rajasthantrip zurückgekehrt. Vorerst hieß es Wäsche waschen (im Waschsalon und per Hand), zum Bügeln bringen, Blogeintrag anfangen zu schreiben, Fotos auswählen, Fotos an diverse Personen senden, die ich unterwegs getroffen habe, Freunde treffen, mit ihnen Essen gehen, kochen und eine kleine sehr lustige Christmasparty feiern, Mails schreiben und meine weitere Reise vorbereiten und planen. Fazit: in diesen fünf Tagen vor Aufbruch nach Kathmandu, zerrann die Zeit zwischen meinen Fingern. An Schlaf war kaum zu denken. Leider habe ich nicht alles geschafft, was ich wollte, daher bitte nicht böse sein, wenn der ein oder andere von euch noch auf eine Antwort wartet!

Im Moment befinde ich mich in einem Hotelzimmer in Kathmandu. Angekommen sind wir vorgestern Nachmittag um ca. 15:30 Uhr. Die Wohnung verlassen haben wir Montagmorgen um 8:30 Uhr. Das heißt, es liegt eine Busfahrt von 29,5 Stunden hinter mir. Für ca. 1200 km, Kosten ca. 32 Euro. Die Zeit im Bus ließ sich erstaunlich gut aushalten. Ich bin der Typ Zug- und Busfahrer, der aus dem Fenster schaut und seine Gedanken schweifen läßt, Gedanken und Ideen aufschreibt, liest, isst und schläft. Essenstechnisch war ich ausgestattet mit einer Reis-Gemüse-Mischung, Äpfeln, süßen und salzigen Keksen und Schokolade. Also mit allem was mein Herz begehrt. 🙂 Nach gut 18 Stunden sind wir um 4:50 Uhr in der früh an der Grenze zu Nepal angekommen. Da diese erst um 6:00 Uhr öffnet, mussten wir folglich etwas warten. Gegen sechs stiefelte ich dann zum nepalesischen Immigration Office, um mein Visum zu beantragen. Beantragen hieß zwei Formulare ausfüllen, ein Passfoto auf eines der beiden Formulare kleben, 25 Dollar bezahlen und 10 Minuten warten. Dann hielt ich es in meinen Händen. Mein 14 Tage Nepal Visum. 🙂 „Extragebühren“, wenn ihr wisst was ich meine, wurden von den Beamten nicht erhoben. Nach diversen Taschenchecks von Seiten der nepalesischen Armee und einem Chai noch auf der Seite Indiens ging es dann gegen 7:30 Uhr weiter. Im Moment ist die Lage an der Grenze etwas angespannt. Indien hat die Gas- und Benzinversorgung zu Nepal vor ein paar Wochen unterbrochen. Das heißt, die Nepalis hatten nicht mal mehr Gas zum Heizen oder Kochen. Busse, welche von Indien nach Nepal fuhren, waren vollgestopft mit Petrol und Fuel. Im Moment bekomme ich von der Krise jedoch nichts mit. Ich bin ehrlich gesagt, aber auch nicht mehr upto date.

Am Montag habe ich Delhi, welches die letzten vier Monate mein Zuhause war, für eine längere Zeit verlassen. Delhi den Rücken zu kehren, fiel mir gar nicht so einfach. Ich habe wundervolle Menschen kennengelernt, welche gute Freunde geworden sind. Vor allem die letzten Wochen war ich sehr glücklich. Ich habe die Zeit genutzt eine andere Kultur und vor allem mich selber besser kennenzulernen. Von Mitte bis Ende Januar werde ich noch einmal nach Indien zurückkehren, bevor ich spätestens am 29. Januar das Land verlassen muss, da mein Visum abläuft. Plan ist es die nächsten 14 Tage von Kathmandu nach Kolkata zu reisen, dort etwa eins oder zwei Wochen zu verbringen, um dann für eine Woche nach Bangkok zu fliegen und von Bangkok nach Myanmar einzureisen. Soweit der Plan. 🙂

Ich versuche die nächsten Tage meinen Rajasthan Beitrag fertigzustellen und zu veröffentlichen. Konstanze ist gestern Mittag in Kathmandu angekommen, das heißt wir werden fleißig die Stadt und Umgebung erkunden.

Ich wünsche euch allen jetzt erst einmal einen fantastischen Rutsch in ein gesundes, glückliches und ereignisreiches Jahr 2016! Mal schauen auf welcher nepalesischen Party wir hängenbleiben. Wir wollen auf jeden Fall ausgehen, haben aber noch keinen genauen Plan. 🙂

Ich habe für mein kommendes Jahr ein Ziel formuliert an dem ich ersthaft arbeiten möchte. Was es genau ist, lasse ich euch wissen, sobald ich es erreicht habe. 🙂 Teil davon ist, wie sollte es anders sein, folgendes Zitat von His Holiness, the 14th Dalai Lama:

“There are only two days in the year that nothing can be done. One is called Yesterday and the other is called Tomorrow. Today is the right day to Love, Believe, Do and mostly Live.”

In diesem Sinne, lasst es euch gut gehen. Ganz liebe Grüße aus der Hauptstadt Nepals.

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