Happy New Year

Es ist mal wieder soweit. Schneller als gedacht (wie immer), ist ein weiteres Jahr vergangen. Und jede Wette, auch dieses Jahr reicht die Spanne an möglichen Zusammenfassungen von „Gott sei Dank! Das war wirklich nicht mein Jahr!“ bis „Besser hätte es nicht laufen können!“.

Ich würde sagen meine Zusammenfassung lautet kurz und knapp: Ich bin meinem Ziel ein bisschen näher gekommen. Einem Ziel das lautet zu Wachsen und Glücklich zu sein. Nicht mehr und nicht weniger. Und mit allem Drum und Dran.

Mein nächstes Jahr wird in meiner persönlichen Entwicklung ein wegweisendes. Egal was passiert, es wird ereignisreich und spannend. Und ich freue mich schon sehr darauf (seht ihr mein breites Grinsen?). Wie immer bin ich sehr positiv gestimmt und motiviert. Hinzugekommen ist jedoch ein weiterer Faktor, der da lautet: Überzeugung. Ich kann euch nicht sagen woher es kommt, aber ich bin zu 100% überzeugt, dass Konstanzes und mein Projekt gelingen wird. Der Zweifler nennt es vielleicht Blauäugigkeit, Träumerei oder Hirngespinst. Der Sorgende denkt an all das was schief gehen könnte und sieht es schon scheitern bevor der erster Schritt gegangen ist. Und die Neugierigen und Abenteurer wünschen uns viel Erfolg.

Bevor ich euch mit meinen Wünschen für 2017 „konfrontiere“, ein kurzes Update zu meiner aktuellen Situation.

Wie ich letzte Woche angedeutet habe, wohnen wir nicht mehr in der Zweitwohnung unseres Freundes. Vor knapp drei Wochen haben wir unser Workaway begonnen und sind zu Akmal gezogen. Freundlich formuliert helfen wir ihm seine Fahrradwerkstatt zu reorganisieren. Tatsache ist jedoch, und das ohne zu übertreiben, wir bringen Licht ins Dunkel. Dunkelheit, welche sich über drei Räume und einen offenen Platz auf dem Dach erstreckt. Dunkelheit, welche sich in großen hohen hellblauen, kleineren flacheren grauen und schwarzen, noch kleineren dunkelblauen und höheren kleinen grünen, gelben und roten Boxen befindet. Dunkelheit, welche sich von der kleinsten Schraube bis zur Größe eines Fahrradrahmens äußert.

Warum machen wir das? Erstens bin ich jemand, der gerne etwas von der Basis her auf aufbaut und kein Problem damit hat durch andere Leute Chaos zu steigen und dabei zu versuchen ein Ordnungssystem zu etablieren. Und zweitens finden wir Akmals Vision großartig und möchten ihn dabei so gut wie möglich unterstützen. Neben seiner Fahrradwerkstatt hat er geplant nächstes Jahr unterpriviligierten Kindern und Jugendlichen beizubringen wie man ein Fahrrad repariert und/oder komplett aufbaut.

Das positive nach knapp drei Wochen Sortierung von Fahrradteilen: ich, die vorher nur wußte wie man ein Rad fährt und Luft in die Reifen pumpt, habe nun eine ganz grobe Ahnung was alles an ein Fahrrad gehört, das Bremse nicht gleich Bremse und Schaltung nicht gleich Schaltung ist. Weiterhin kenne ich nun die englische Bezeichnung von einer handvoll Fahrradteilen, von denen ich nicht einmal die deutsche weiß. Zum Glück kann Daniel auf eine zweijährige Beschäftigung in einem Fahrradladen und eine langjährige Begeisterung fürs Mountainbiking zurückblicken. Allein hätte ich hier keine Chance und dieses Workaway nicht gewählt. Es ist viel Arbeit, aber die Organisation macht Spaß und nach zweistündigem Testen, ob die Fahrradschläuche noch zu gebrauchen sind, kenne ich nun auch ein paar unterschiedliche Ventilarten. Na, wenn das nichts ist!!!

Aber was ist gleich noch mal ein Workaway? Da ich auch für meine Großeltern schreibe, kurz erkärt: das englische Wort „work“ heißt übersetzt „Arbeit“ und „away“ ist das Gegenteil von zu Hause. Also eine Arbeit entfernt von zu Hause, sprich an einem Ort, welcher sich überall auf der Welt befinden kann. Die Idee dahinter: man arbeitet in der Regel vier bis fünf Stunden am Tag, fünf Stunden die Woche und bekommt dafür Kost und Logis. Also man verdient kein Geld dabei, braucht im Idealfall aber auch keines bzw. nur sehr wenig.

Auch hier die Frage: Warum macht man das? Meine Antwort: Dies ist eine Möglichkeit für Langzeitreisende länger an einem Ort zu bleiben, noch tiefer in eine Kultur einzutauchen, eine kurze Reisepause einzulegen, sich sozial oder umwelttechnisch zu engagieren und natürlich, auch das ist ein Aspekt, den Geldbeutel etwas zu schonen.

Nach etlichen Stunden auf der www.workaway.info Seite würde ich die Themenfelder der angebotenen Arbeit in vier große Bereiche unterteilen:

1. Arbeit mit Kindern und hier im Speziellen das Unterrichten von Englisch.
2. Arbeit in der und für die Natur: Eco-farming, Permaculture, Hilfe bei Garten- und Feldarbeit, auf großen Plantagen oder Unterstützung bei Bauprojekte (bspw. Bau von Bambushütten)
3. Arbeit in einem Hostel (Jugendherberge), Hotel, Resort, Gästehaus, Campingplatz, Yoga- oder Meditationszentrum.
4. Sonstige Arbeiten wie beispielsweise Arbeit mit Tieren, in Kunstprojekten und Galerien. Man kann Familien bei der Kinderbetreuung oder im Haushalt unterstützen. Häuser oder Haustiere sitten und seine Kenntnisse als Webseitengestalter, Photograph oder Eventmanager anbieten.

Die letzten Wochen haben wir uns bei diversen Workaways in Thailand und Malaysia beworben. Und das ist in der Tat wie eine richtige Bewerbung schreiben. Wenn man es richtig machen möchte, ist es sehr zeitintensiv. Leider hatten die Projekte unserer Wahl bereits ausreichend Freiwillige. Da es einfach war Akmal und seine Werkstatt im Internet ausfindig zu machen, schlug ich vor einfach vorbeizugehen und ihn direkt zu fragen, anstatt auf eine Antwort per Mail zu warten. Und das hat gut geklappt. Die Familie betreibt auf dem Dach ein kleines Café bzw. Restaurant, welches jeden Tag (außer sonntags) von 17 Uhr bis 23 Uhr geöffnet ist. Wir dürfen die Küche nutzen und abends bekommen wir eine warme Mahlzeit. Wir können unsere Wäsche in einer Waschmaschine waschen und haben unbegrenzten Zugang zum Internet. Weiterhin haben wir einen Raum für uns. Auch wenn in diesem zwei Doppelstockbetten stehen. Aber das Leben ist kein Ponyhof und zum Schluss schläft soundso jeder für sich. Irgendwie….

Ansonsten haben wir vorletztes Wochenende eine Radtour durch KL gemacht. Alle zwei Wochen werden Sonntagmorgen von 7 Uhr bis 9 Uhr die Hauptstraßen der Innenstadt gesperrt, so dass Jogger, Rollschuhfahrer und Radfahrer eine Runde drehen können. Am Start und Ziel gibt es eine kleine Bühne, vor der sich jedes Alter trifft und den Tag mit Aerobic und/oder Zumba Übungen starten kann. Sehr toll. Die Stimmung war super und sehr entspannt. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt früh aufzustehen.

Für mich war das ganze Fahrradfahren sehr aufregend. Ich, sightseeing auf einem fremden Rad, in einer fremden Stadt, mit so viel Eindrücken und gleichzeitig auf den Verkehr achtend. Ich war sehr stolz weder den Passanten, noch anderen Verkehrsteilnehmern, dem viel zu teuren Rad oder meiner Person ein Haar gekrümmt zu haben. Soweit ich mich erinnern kann, bin ich an diesem Tag das teuerste Fahrrad gefahren, auf dem ich jemals gesessen habe. Ich glaub mein Rad zu Hause hat im Neuzustand mal 350 Euro gekostet. Jetzt ist es vielleicht noch knapp 35 Euro wert. Hängt an diese Zahl zwei Nullen, und ihr habt eine ungefähre Preisvorstellung von dem guten Stück auf dem ich saß. Nach unserer kleinen Stadttour haben wir uns erst einmal kräftig mit einem indischen Frühstück versorgt. Dosa, Dal und Curry sowie der malaysische Chai. Sehr lecker, aber ein Kontrastprogramm zu unserem täglichen gesunden Müsli.
Weiterhin habe ich an einem Abend ein befreundetes Schweizer Pärchen von Dan kennengelernt. Nach einem Drink in der Skybar genau gegenüber der Twin Tower (grandioser Ausblick! ) steuerten wir ohne Umwege das Nachtleben Kuala Lumpurs an. Da wir uns bereits aufgrund der Lautstärke in der Skybar nur mäßig gut unterhalten konnten, fanden wir uns in einer nicht so lauten Bar Schrägstrich italienischem Restaurant ein. Bei einem Rotwein und Gnoccis hatten wir sehr intensive Gespräche über das Leben, Meditation und Glücklich sein. Wir waren kurz nach vier zu Hause und ich habe Dan bis kurz nach halb sechs nicht schlafen lassen, da ich über den ein oder anderen Gedanken noch sprechen musste.

Falls ihr Lust auf Kino habt. Wir haben „Fantastic Beasts“ und „Assassins Creed“ gesehen. Beide sehr zu empfehlen. Fragt nicht wie wir mit einem Ticket an zwei Filme gekommen sind. Wir haben uns anscheindend nach unserem ersten Film in der Tür vertan… Reusper….

Aber nun. Ihr seid auf dem neuesten Stand. In weniger als acht Stunden ist unser Jahr vorbei und wir wissen noch nicht genau, was wir machen. Vielleicht fahren wir in die Innenstadt zum Feuerwerk gucken. Vielleicht bleiben wir aber auch hier in der Gegend und haben einen Kaffee/Drink in unserem Stammcafé.

Ich wünsche euch heute einen grandiosen Abend egal was ihr macht und mit wem ihr ihn verbringt. Habt Spaß und genießt jede Minute. Für 2017 wünsche ich euch vor allem Gesundheit, Sonne im Herzen, Flausen im Kopf, große und kleine Abenteuer, die ein oder andere Erkenntnis, Mut für Veränderungen, falls notwendig und die dazugehörige Energie, eine gute Portion Eigensinn, Achtsamkeit und Mitgefühl und vor allem Liebe.

Ganz liebe Grüße und bis zum nächsten Beitrag,
eure Nancy

(Beitrag vom 31.12.2016)

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