Mein Trip nach Rajasthan

Vor knapp einer Woche bin ich Kolkata (Calcutta) angekommen. Nach zwei Wochen Nepal und der gemeinsamen Reise mit Konstanze sitze ich nun wieder auf einer indischen Couch. Host ist dieses Mal ein Freund, den Konstanze und ich bei unserer ersten Indienreise kennengelernt hatten. Im Moment sind hier ca. 25° Grad. Es wechselt zwischen sonnigen und bevölkten Abschnitten. Vorgestern hat es sogar ein wenig geregnet. Gesundheitsmäßig geht es mir so mittel. Erst hatte ich mir erneut eine stärkere Erkältung eingefangen. Diese ist jedoch so gut wie überstanden. Weiterhin hat es mich magentechnisch nun doch erwischt. Nach fünf Monaten ohne Probleme hat es mich letzte Woche eine Nacht und einen Tag fast vollständig ausgeknockt und vorgestern noch einmal kurz. Es ist aber soweit alles wieder im Lot.

Ich hoffe eure ersten drei Wochen im neuen Jahr waren so wie ihr sie euch vorgestellt habt! Bevor ich von meinen ersten Tagen, welche ich in Nepal verbracht habe, berichte, möchte ich euch noch von meinen Rajasthan Trip erzählen. Leider etwas verspätet. Aber es ist gar nicht so einfach, den Blog auf Reisen immer up-to-date zu halten. 😉

Wie gesagt, hatte ich vor von Jaisalmer, nach Jodhpur und dann nach Jaipur zu reisen. Da mir Jodhpur sehr gefallen hat, entschied ich mich jedoch länger zu bleiben und einen Besuchs Jaipurs auf meinen nächsten Indienaufhalt zu verschieben.

Die Zugfahrt nach Jaisalmer verlief problemlos. Wir hatten eine halbe Stunde Verspätung, was bei 17 Stunden nicht weiter ins Gewicht fällt. Gemessen an indischen Maßstäben waren wir über alle Maßen pünktlich. 😀

Ich war also in der „Goldenen Stadt“ angekommen. In Jaisailmer, in Rajasthan – dem Land der Könige. Zum ersten Mal habe ich mich relativ uninformiert auf den Weg gemacht. Ich wußte, dass es hier eine Festung, einen See und die Wüste gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Ob ich die Wüste sehen wollte, hatte ich noch nicht entschieden. Witzigerweise wurde ich mit dieser Frage gleich in der ersten Stunde nach meiner Ankunft konfrontiert. Also auch in Rajasthan konnte ich meine Spontanität auf die Probe stellen. Und siehe da, kaum angekommen, entschied ich mich an einer Wüstensafari teilzunehmen. Das hieß, ich hatte eine Stunde um zu Duschen, meine sieben Sachen für eine Übernachtung in der Wüste zu packen und meinen Bauch vollzuschlagen. Hat alles dreis super geklappt. Da ich im Zug gut schlafen konnte, fühlte ich mich doch einigermaßen fit. Wir starteten unsere Tour mit einer ca. zweistündigen Jeepfahrt, um uns dann weitere 1,5 Stunden auf dem Rücken eines Kamels Richtung Wüste zu bewegen. Ich glaube ich habe das erste Mal auf einen Kamel gesessen, könnte mich jetzt zumindest an keine weitere Begegnung erinnern. Fazit: Es ist sehr witzig. Man sitzt auf jeden Fall höher als auf einem Pferd. Auf Grund meiner Reiterfahrung war ich super entspannt und konnte den Ritt doch einigermaßen genießen. 🙂

Die Tharwüste in Rajasthan ist jetzt nicht die Sarah, aber das Gebiet in dem wir unseren Abend und die Nacht verbringen sollten, hatte einige Sanddünen zu bieten. Weiterhin war der Platz nicht überlaufen und sauber. Nach dem Sonnenuntergang, wurden wir mit Chapati und Gemüse versorgt und verbrachten den Abend um ein kleines Lagerfeuer. Mit auf Tour waren zwei britische Mädels und ein junges Pärchen aus Japan. Die Athmospäre war sehr entspannt. Wie in den Bergen ist die Stille und der Blick in den Sternenhimmel einfach unschlagbar. Ich weiß nicht wie viele Stunden ich auf meiner Matratze gelegen und in den Himmel geschaut habe. Ich konnte mich nur schweren Herzens von diesem Anblick trennen, meine Brille absetzen und meine Augen schließen. In meinen Schlafsack gehüllt und mit zwei Decken ausgestattet, lag ich also mollig warm auf einer Matratze mitten im Sand. Geweckt wurden wir vom Sonnenaufgang und nach einem kleinen Frühstück ging es dann auf dem Kamel und mit Jeep auch schon wieder zurück ins Guesthouse. Grundsätzlich war es eine interessante Erfahrung. Doch mit meinem Rausch, den ich aus den Bergen mitgenommen hatte, konnte sie leider nicht mithalten. Aber man soll ja auch nicht vergleichen…. 😉

Ansonsten habe ich mich in Jaisalmer das erste Mal seit dem ich in Indien angekommen bin als Tourist gefühlt. In der Festung selber wird man leider fast im Minutentakt von den Ladenbesitzern angesprochen, man sollte doch unbedingt einmal vorbeischauen (und natürlich den Laden nicht ohne mind. ein Souvenir verlassen). Die Standardfragen nach Name, Herkunftsland und wie es mir geht, habe ich gefühlte hundert Mal am Tag gehört. Ganz spurlos ging dies nicht an mir vorüber, da es mir schwerfiel nicht zu antworten. Nach den drei Tagen war ich also etwas erschöpft. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich die Festung erkundet, in der es einen sehr beeindruckenden Tempel gibt und Sonnenuntergangfotos sowohl am See als auch vom Fort geschossen. Weiterhin habe ich wieder sehr interessante Menschen kennengelernt und angenehme Gespräche geführt. Sehr begeistert war ich vor allem von zwei lokalen Künstlern, welche mir etwas über ihr Leben und ihre Maltechniken erzählt haben. Leider bin ich nicht zum malen/skizzieren gekommen, aber das wird nachgeholt. 🙂

Nach drei Nächten in der „Goldenen Stadt“ ging es an einem Freitag morgen mit dem Zug Richtung „Blaue Stadt“. Mich erwartete Jodhpur. Und die kommenden vier Tage und fünf Nächte sollten perfekt werden. Und das hatte ich vor allem meinem Host zu verdanken. Nach drei Tagen in einem Hotel konnte ich wieder die Gastfreundschaft einer indischen Familie erleben. Und das war großartig. Nach dem etwas anstrengenden Aufenthalt in Jaisalmer konnte ich hier nun wieder zu 100% entspannen.

Vorherrschende Sehenswürdigkeit in Jodhpur ist das riesige Meherangarh Fort, welches auf einem ca. 125m hohem Felsen die Stadt überragt. Hier habe ich mit meinem Audioguide ca. drei Stunden verbracht. Ich war wirklich sehr beeindruckt von einer der größten Festungsanlagen Indiens. Das Hightlight, die perfekte Aussicht auf die blaue Stadt, habe ich schlecht hin verpasst. Wie das passieren kann? Indem man nach dem Besuch des Palastes nach links Richtung Ausgang und nicht nach rechts Richtung Aussichtspunkt abbiegt. 😀 Mein Host war darüber sowohl geschockt als auch amüsiert. Er hat alles darangesetzt, dass wir eine ähnliche Aussicht von einem anderen Standpunkt aus bekommen konnten. Weiterhin habe ich im Land der Maharajas zwei Paläste, diverse Tempelanlagen und Natur pur erleben dürfen. Ich habe Plätze gesehen, die sonst kein Tourist zu Gesicht bekommt, zu meiner Freude war unser Fortbewegungsmittel Nummer eins sein Motorrad und weiterhin teilten wir die gleiche Leidenschaft: Fotografie. 🙂 Also ein rundum gelungener Aufenthalt.

Aber nun: siehe Fotos….

Ein Kommentar

  1. Hallöchen meine liebe Nancy, wir freuen uns sehr, dass es dir gut geht und du deine Reise gesund und fröhlich erleben kannst und uns mit deinen super Fotos immer wieder neu begeisterst . Floris Kamelritt, damals im Wildpark – als 4-jähriger Bub – wurde mit dem flehenden Satz: „Holt mich doch bitte schnell herunter“ beendet , aber Jens hatte es damals falsch verstanden und hatte ihm eine
    2. Runde spendiert 🙂 Der Pop`s tat soooo weh!!!! Wir wünschen dir eine schöne Zeit, alles Liebe und Drückerli deine Ines und Familie.

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