Meine Tage in Kuala Lumpur

Es ist wieder ein längerer Beitrag geworden. Also macht es euch gemütlich, holt euch einen frischen Kaffee, Tee oder ein Glas Wasser und taucht für ein paar Minuten in meine Welt ein. 🙂

Nachdem Claudia mit ihrem Kommentar zu meinem letzten Beitrag eine Nachfrage zum Thema: „Wann postest du denn endlich ein Bild von Daniel?“ ins Rollen gebracht hat, habe ich meinen Freund vor die Kamera gezerrt und ihn zu zwei Selfies gezwungen. Also alle Neugierigen unter euch schnell nach unten gescrollt, wobei ich hoffe euch anschließend wieder hier oben beim Lesen des Textes anzutreffen. 😀

Jup, ich bin noch immer hier. Nochimmer in der Hauptstadt Malaysias. Meine siebente Woche in Kuala Lumpur hat begonnen. Seit meinem letzten Beitrag vor vier Wochen bin ich mit allem ein Stückchen weitergekommen. Ich habe tolle neue Leute kennengelernt, mehr zur Geschichte Malaysias und zum Islam in Erfahrung gebracht, Little India und Chinatown erkundet, ein Picknick im Park genossen, Geburtstag gefeiert, an meinem Blog weiter gearbeitet, viel nachgedacht, die ein oder andere Lösung, jedoch mehr Fragen gefunden, einen Flug gebucht, meinen Kambodscha Reiseführer angefangen zu lesen, Ideen zu meinen zukünftigen Projekten gesammelt und neben der Welt des Kaffees nun auch die Tür zur Welt des Tees einen Spalt weit geöffnet. (Und ihr Lieben, ich muss euch enttäuschen. Wer es noch nicht wusste, unsere Kräuter- und Früchte„tees“ sind natürlich keine Tees im eigentlichen Sinne…)

Aber ich fange mal von vorne an: Nachdem ich tagelang nur vor meinem Laptop gesessen hatte, brauchte ich und vor allem meine Augen, eine Auszeit. Eine Auszeit in Form von: Wohnung verlassen und raus in die Natur. Um nicht zu vereinsamen (Dan war 14 Tage auf seinem Meditationsseminar) habe ich Kuala Lumpur wissen lassen, das ich hier bin. Rusty war einer von mehreren Locals, welche sich auf meine Anzeige bei Couchsurfing hin gemeldet haben. Freitagnachmittag angefragt, ob er am nächsten Tag Zeit für einen Kaffee hat, kam prompt die Frage zurück, ob wir zusammen frühstücken gehen wollen. Gesagt getan. Am nächsten Morgen holte mich ein sehr witziger und aufgeschlossener Typ punkt acht Uhr an meiner Metrostation ab. Die Chemie stimmte, wir verstanden uns auf Anhieb. Die anfänglichen „Wo kommst du her?“ Und „Was machst du?“-Fragen waren schnell geklärt. Hauptgesprächsthema waren wichtige Ereignisse in der Geschichte Malaysias und die momentane wirtschaftliche und politische Situation des Landes. Normalerweise sind das nicht unbedingt die üblichen Couchsurfer-Samstagmorgen-Einsteigerthemen, aber ich hatte gefragt und ich bekam aufgrund Rustys tiefer gehenden Wissens prompt ausführliche Antworten.

Die gemeinsame Zeit war nur auf ein Frühstück ausgelegt. Doch nachdem er die Nachricht erhielt, dass sein Nachmittagstermin ausfällt, entschieden wir unser Treffen ein wenig auszudehnen. Da Rusty ebenso eine stressige Woche hinter sich hatte und meine „Raus-in-die-Natur-Idee“ super fand, schlug er vor zu einem nahegelegenen Wasserfall zu fahren. Und was soll ich sagen!? Der Ausflug war ein voller Erfolg. Die Gegend war wirklich sehr schön, sehr grün, zum Glück nicht überlaufen und der Wasserfall war wirklich toll. Er zog sich über mehrere Ebenen und die jeweils angelegten Becken nutzen die Malay zum Baden. Mein Bewegungsdrang zog uns einige Ebenen hinauf und ließ uns einen wirklich tollen und ruhigen Fleck mit einem kleinen Wasserfall finden. Ich brauchte eine Minute um mit mir auszumachen, ob ich ins kühle Nass steigen sollte oder nicht. Dafür sprach, dass ich die Abkühlung gut gebrauchen konnte und das Rusty ein zweites Handtuch dabei hatte. Dagegen sprachen ein wenig die Fische und sonstigen Lebewesen, welche sich im, am, über und unter einem Teich, Wasserfall oder generell einem fließendem Gewässer befinden. Das klingt für euch vielleicht ein wenig komisch, aber Tiere ohne Fell, welche sich unkontrolliert bewegen (hahaha….) sind nicht unbedingt mein Ding. Aber wie  war das? „No risk, no fun“? Der Lieblingsspruch meines Bruders. Also, Augen zu und reinspaziert. Natürlich vollständig bekleidet. Was noch immer ein eigenartiges Gefühl ist, wenn man gewohnt ist im Bikini oder Badeanzug ins Pool oder ins Meer zu hüpfen. Hier ist jedoch das genaue Gegenteil angebracht. Auch im Wasser sieht man von den muslimischen Frauen und Mädels nur die Hände und das Gesicht, alles andere ist bedeckt.

Nach unserem Wasserfall Erlebnis steuerten wir hungrig geworden ein indisches vegetarisches Restaurant an und bekamen Reis mit verschiedene Beilagen auf einem Bananenblatt serviert. Hier konnte ich meine Technik Reis mit den Fingern zu essen ausführlich üben. Rusty hat mir noch ein paar gute Tipps gegeben, so dass ich mein Blatt fast ohne Probleme leer putzen konnte. 🙂 Es gibt eine bestimmte Technik, welchem einen das ganze erleichert. Und wenn man die drauf hat, ist kein Reiskorn mehr vor einem sicher. Gut gesättigt haben wir uns dann noch in den botanischen Garten aufgemacht. Ein wirklich schöner, sehr gepflegter großer Park.

Dies war ein so nicht erwarteter grandioser Tag. Unglaublich entspannt mit tollen Gesprächen und vielen neuen Informationen. Energetisch gestärkt, konnte ich mich also wieder ein paar Tage vor den Rechner setzen und meine Projekte weiter vorantreiben.

Die folgende Woche traf ich mich noch mit zwei weiteren Couchsurfern. Mit Dean war ich Essen und ein Weinchen trinken. Er hat insgesamt sechs Jahre in Deutschland studiert und gearbeitet, sprach daher fließend deutsch. Nach sechs Wochen im Englisch-Modus, war es toll mal wieder länger in meiner Muttersprache zu kommunizieren. Sehr witzig war, dass ich zwischendurch die Kellner auf deutsch gefragt habe, wo sich das Stille Örtchen befindet. Hahaha, musste über mich selber sehr lachen. In Englisch noch einmal nachgefragt, konnten sie mit meinen Worten natürlich auch etwas anfangen. 🙂

Viel Spaß hatte ich auch mit Mia und ihrer Freundin Caroline. Nach unserem vegetarischen Dinner, wollten die Mädels, dass ich unbedingt einheimische Früchte und lokale Nachspeisen ausprobiere. Herhalten musste eine Lychee-Art namens Mata Kucing was übersetzt Katzenauge heißt und die Frucht Dukong. Beide sehen sehr ähnlich aus, schmecken aber sehr unterschiedlich. Mata Kucing hat in der Tat die gleiche Konsintenz wie eine Lychee und schmeckt auch so. Die Dukong Frucht hat ebenso ein weißlich  transparentes festeres Fruchtfleisch und schmeckt wie Grapefruit. Beides sehr lecker. Die Nachspeisen hier sind sehr abgefahren. Die Mädels organisierten für mich ABC (Air Batu Campur = gemischtes Eis) und Cendol. Beides sehr süß, beides mit crushed Eis (nur gefrorenes Wasser), Gelee-Bohnen, Mais (!!) und Kidneybohnen (!!!). Jup, kein Scherz. Viele Desserts hier sind mit Bohnen. Ich weiß nicht ganz ob lecker das richtige Wort ist. Sagen wir mal so: Es ist die richtige Wahl, wenn man Lust auf etwas kaltes und sehr, sehr süßes hat. 🙂

Wer mich kennt weiß, dass ich den ganzen Tag von einem Snack zum anderen wandern könnte. Und ich weiß leider auch, dass das nicht optimal ist. Aber wie es aussah, waren wir noch nicht voll genug. 😀 Nach einem Spaziergang in den beiden Nightlife-Vierteln Kuala Lumpurs, blieben wir in einer netten Szenebar hängen. Und ich muss gestehen, zu meinem Cocktail teilten wir uns leckere Sour-Cream-Guacamole-Chili-mit-Käse-über“backene“ Nachos. Und ja, danach hatten wir drei (endlich) das Stadium „Nun passt wirklich nichts mehr in uns hinein – lasst uns nach Hause rollen“ erreicht. Fazit: ebenso ein grandioser Abend mit tollen Mädels.

Wer von euch kennt Shakespeares „Macbeth“? Womöglich einige. Aber wer von euch kennt die Verfilmung von 1979 mit Ian McKellen (Gandalf im „Herr der Ringe“ und Magneto in „X-Men“) und Judi Dench (James Bond Boss „M“)? Da beide großartige Schauspieler sind und ich es nicht verkehrt fand, beide in jüngeren Jahren schauspielern zu sehen, verabredete ich mich mit Rusty zum Kinoabend. Er zeigte mir das Plakat, ich entschied hinzugehen und wir beiden hatten keinen blassen Schimmer, worauf wir uns da einließen. Ich weiß nicht, wann ich zum letzten Mal so einen abgefahrenen Film gesehen habe. Wer sich ein Bild machen möchte: Die kompletten 2,5 Stunden sind auf Youtube verfügbar. Viel Spaß!!! (Hehehe….)

Yeahhh…. Ich bin 35!! 😀 Vielen, vielen Dank auch nochmal auf diesem Wege an alle diejenigen, die an mich gedacht und Geburtstagsgrüße gesandt haben. Ich habe mich über jede einzelne Nachricht sehr gefreut. 😀 Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich in der Topform meines Lebens bin. Mitte 30 ist ein tolles Alter und ich freue mich sehr auf mein neues Lebensjahr. 😀

Ich hatte einen sehr entspannten Geburtstag. Ich war mit Dan im Orchideen- und Hibiskusgarten, wo ich ein wenig mit meinem Makroobjektiv meiner Leidenschaft Pflanzen und Blumen zu fotografieren nachgehen konnte. Weiterhin stand auf meinem Plan der Nationalmoschee einen Besuch abzustatten.

Eigentlich hatte ich das Thema Religion nach meiner Reise so ziemlich ad acta gelegt. Erstens hatte ich mehr als genug Tempel und Gotteshäuser gesehen und zweitens hatte ich das Gefühl je mehr ich mich mit Relegion beschäftigte, desto weniger verstand ich. Aber da der Islam kein Bestandteil meiner Reise war, Malaysia ein islamisch geprägtes Land ist, ich mit muslimischen Mädels unter einen Dach lebte, jeden Tag Frauen in traditioneller Kleidung sehe sowie fünf Mal am Tag über einen Lautsprecher mit Gebeten beschallt werde, versuchte ich eine weitere Annäherung. Und das ist uns mit dem Besuch der Moschee in der Tat ziemlich gut gelungen.

Für Männer ist es ausreichend, wenn sie vom Bauchnabel bis kurz unter die Knie bekleitet sind. Meinereiner musste ein Gewand anlegen, welches mich bis auf meine Hände und Füße vollständig verhüllte. Mit meinem Tuch bedeckte ich meine Haare und meinen Hals. So „eingemummelt“ sieht man mich normalerweise nur an wirklich kalten Wintertagen. Zum Glück ist es hier um halb sechs Uhr abends nicht mehr ganz so heiß, so dass ich nur noch rund 28 Grad anstatt etwas über 30 händeln musste. 😉

Es war sehr ruhig in der Moschee. Es waren nur eine handvoll Touristen und Muslime vor Ort. Vor dem riesigen Gebetsraum (Kapazität 3000 Personen) gabelte uns ein Volunteer auf, welcher anscheinend unwissenden Touristen, wie ich eine war, den Islam zumindest ein wenig näher bringen sollte und mit großer Sicherheit auch wollte. Geschlagene 1,5 Stunden später war mein Aufnahmelimit an neuen Informationen so ziemlich erreicht. Der Volunteer packte eine Unmenge für mich neuer Informationen in seinen Redefluss und hielt allen unseren Fragen stand. Ich verschone euch (hier und heute 😉 mit meinem neu erworbenen Wissen, möchte jedoch folgendes sehr aktuelles Buch empfehlen, falls einer von euch sich für die islamische Kultur interessiert und verstehen möchte was im Moment in dieser Welt vor sich geht. Bereits nach wenigen Seiten war ich von Gerhard Schweizers „Islam verstehen. Geschichte, Kultur und Politik“ sehr begeistert.

Aber kurz zurück zur Moschee. Normalerweise ist Toursiten das Betreten der Moschee nur außerhalb der Gebetszeiten gestattet. Uns wurde jedoch angeboten zu bleiben und dem 19:00 Uhr Gebet beizuwohnen. Volltreffer. Obwohl die Gebete mit nicht mehr als 10 Minuten Länge sehr kurz sind, war es trotzdem etwas besonderes diesem beizuwohnen.

Nach wie vor bin ich sehr froh darüber nicht gläubig aufgewachsen zu sein. So bleiben mir alle Freiheiten, nicht nur das zu glauben, was ich möchte, sondern, vielleicht viel wichtiger, jedes Glaubenskonzept zu hinterfragen und in Frage zu stellen. Abgesehen davon, das ausnahmslos jede Religion (der ich bis jetzt begegnet bin) in meinen Augen gelinde gesagt vieles sehr viel komplizierter macht und gläubige Menschen seit Menschengedenken immenses Leid über große Teile der Weltbevölkerung gebracht haben und noch immer bringen, ist mir das Konzept des Glaubens an eine alles schaffende, lenkende, womöglich noch personengebundene Übernatürlichkeit an sich (noch) nicht schlüssig. Ich habe viel mit Dan darüber diskutiert und vor allem den Ursprung von Religion versucht zu erörtern. In meinem heutigen Fazit hinsichtlich der Entstehung von Religion war meiner Meinung nach Angst einer der treibenden Faktoren. Angst vor Dingen, welche nicht verstanden wurden bzw. Angst vor dem Unbekannten kombiniert mit dem Antrieb alles erkären zu wollen und/oder zu müssen.

Falls mich jemand fragen sollte: Meiner Meinung nach ist auch heute noch Angst in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und spürbar. Vor allem in Formen von: Angst Fehler zu machen, Angst zu versagen, Angst vor Veränderung, Angst vor Verlust etc.pp. Für mich ein sehr trauriger Aspekt. Um ein paar Gedanken zum ersten Punkt zu äußern:

Was ist so schlimm daran Fehler zu machen? Warum wollen oder sollen wir Fehler um jeden Preis vermeiden? Ganz zu schweigen davon, dass man anscheinend im Vorhinein wissen soll oder muss, dass die Entscheidung, welche man treffen wird, ein Fehler ist.

Eine mögliche Antwort: Es könnte weh tun. Und Schmerzen sind nicht so dolle wie wir alle wissen. Aber welche anderen Möglichkeiten gibt es Dinge auszuprobieren? Ist das Resultat von „Fehler machen“ nicht auch ein Lernprozess?

  • Wir greifen auf die Herdplatte, es tut weh und wir machen es nicht unbedingt ein drittes oder viertes Mal.
  • Wir lernen Fahrradfahren, Rollschuhlaufen und Schlittschuhfahren bestimmt nicht ohne blaue Flecken.
  • Wir beginnen ein Studium, merken, dass es nicht der richtige Weg ist und haben den Mut abzubiegen anstatt auf diesem Pfad zu bleiben. Haben wir mit der Wahl dieses Studiums einen Fehler gemacht? Haben wir wichtige Lebenszeit „verloren“? Nein, natürlich nicht. Wir haben wahrscheinlich tolle Leute kennengelernt und ein paar wertvoller Erfahrungen gesammelt, welche wir sonst nicht gemacht hätten.
  • Wir kündigen den Job, gehen auf eine Reise und entscheiden länger im Ausland zu bleiben. Werden wir Fehler machen? Oh ja, unweigerlich und bestimmt nicht wenige. Aber haben wir Angst davor? Nein, bestimmt nicht. Jeder Tag, an dem wir etwas neues Lernen, lässt uns wachsen und schon allein darum hat sich der Kauf des Flugtickets gelohnt. 🙂

Ich wollte gar nicht so ernst werden. Bin aber einfach mal dem Impuls gefolgt, einen Ausschnitt meiner Gedankenwelt hier niederzuschreiben. Einer Gedankenwelt, welche genau damit bestückt ist. Mit Fragen nach einem Glauben, nach Ursprüngen, nach Identität, nach Liebe und Glücklichsein, nach dem Wert/der Essenz des Lebens, nach Unabhängigkeit. (Wie unabhängig ist jeder Einzelne in unserer Gesellschaft? Gibt es unterschiedliche Arten von Unabhängigkeit? Was denken wir macht uns unabhänig und frei? Aus meiner Sicht leben wir in einer totalen Abhänigkeit. Wir machen uns bewusst und unbewusst abhängig von so vielen verschieden Dingen(!). Also nix mit Unabhängigkeit, so wie ich sie definiere.)

Aber ich möchte euch auf keinen Fall überstrapazieren mit meinem Gedankenkarussell. Ich vermische auch viele Gedanken, Ideen, Fragen und Konzepte miteinander und sehe manches vielleicht zu einseitig. Also nicht von mir verwirren lassen. ;-D

Aber zurück zum Hier und Jetzt. 🙂 Was gibt es sonst noch so zu berichten?

Wir entdecken immer mehr sehr leckere Street Food Plätze und Restaurants und tauchen immer mehr in die malaysische Cuisine ein, was gar nicht so einfach ist. Hin und wieder zieht es uns (natürlich) auch in die indischen Restaurants, was hingegen sehr einfach ist. Mehr dazu später. Das ekligste was ich bis jetzt gesehen habe, in Bezug auf „gegessen werden“ war eine Box voller großer Kröten in Chinatown. Abgesehen davon, dass ich Kröten sehr, sehr eklig finde, möchte ich gar nicht wissen, was, wie oder wo…. Aufgespießte Skorpione in Bangkok OK, gegarte oder gegrillte Insekten in Yangon auch noch OK, vor den Restaurants schwimmende Schrimps, Krabben und Fische in Thailand auch noch in Ordnung, aber dicke, fette Kröten!! Davon konnte ich leider kein Foto machen. In exakt der gleichen Sekunde in der ich den Inhalt der Box identifiziert hatte, beschleunigte sich mein Schritt automatisch. Das war einfach zu abgefahren.

Weiterhin habe ich einige Stunden in verschiedenen Teeläden verbracht und weißen sowie grünen chinesischen Oolong und Rocktea probiert. Hier wird Tee nicht einfach nur getrunken, hier wird Tee zelebriert. Wenn man möchte kann man aus Tee ebenso eine Wissenschaft machen wie aus Kaffee oder Wein. Alles beginnt natürlich mit der richtigen Ausstattung. Und sehr wichtig, man darf natürlich auch nur das Wort „Tee“ verwenden, wenn es sich auch tatsächlich um die Blätter der Teepflanze handelt. Mit Blick auf unsere Kräuter- und Früchte“tees“ würde hier niemand auf die Idee kommen, diese Tee zu nennen. Auch zieht ein Tee hier nicht minutenlang. Nachdem die Teeblätter mit heißem Wasser übergossen wurden, wird der Aufguss wenige Sekunden später in Minibechern serviert (schätzungsweise 25 bis 30 ml Fassungsvermögen). Also das komplette Gegenteil meiner geliebten riesigen Teetassen. 🙂 Hinsichtlich der Preise ist dem Ganzen keine Grenzen gesetzt. Wenn man 100g eines weißen Tees haben möchte, welcher nur im Frühjahr gepflückt wird, bezahlt man locker 25 Euro. Es geht aber auch noch viel teurer. Falls man Tee bevorzugt, welcher 20 Jahre und älter ist, kann man Beträge im unteren dreistelligen Bereich zahlen. Für 100g! Geschmacklich gesehen hat der Rocktea für mich eine Schokonote. Der weiße schmeckt blumig und ein wenig nach Honig. Andere schmecken irgendwie grün und grasig. Wir haben aber auch einen im Repertoire, der salzig und metallisch schmeckt. Überhaupt nicht mein Ding.

Das gleiche gilt für Kaffee, Daniels große Leidenschaft. Wir nehmen einiges auf uns, um zu den Coffeeshops mit qualitativ hochwertigen Kaffee zu fahren und zu laufen. Ja zugegeben, das ist ein Luxus, welchen wir uns gönnen. Die geschmackliche Erlebnisspanne reicht hier von süß im Sinn von Honig, Karamel und/oder Schokolade, fruchtig süß (Beeren, Pflaume), fruchtig sauer (Zitrone, Grapefruit) und blumig. Wenn man Glück hat, die Bohne es hergibt, diese optimal geröstet, perfekt gemahlen und mehr als perfekt gebrüht wurde, besteht die Chance eine nussige, vanillige oder kokusnussige Note zu erkennen. Ich hatte gestern meinen ersten Kaffee aus El Salvador und der hat nach dunkler Schokolade und Heidelbeeren geschmeckt. Unglaubliches Erlebnis. So, so lecker!

Weiterhin waren wir in unterschiedlichen Parks spazieren und noch einmal im botanischen Garten, in dem ich dieses Mal eine handvoll Hochzeitspaare in traditioneller Hochzeitskleidung bestaunen konnte. Wunderschöne Farben und designt fast wie aus 1001 Nacht. Natürlich habe ich auch meinen Blog weiterhin auf Vordermann gebracht und meine englische Seite weiterentwickelt. Außerdem habe ich einen Flug nach Bangkok gebucht. Am 4. Januar werde ich Kuala Lumpur verlassen, zwei oder drei Tage in Bangkok verbringen, um anschließend mit Konstanze nach Kambodscha und Laos aufzubrechen. Wir haben genau drei Wochen um diese beiden Länder unsicher zu machen. Am 28. Januar geht es zurück nach Bangkok. Was danach passiert, steht noch in den Sternen.

Nach mehreren Absagen auf unsere Workawaybewerbungen, haben wir eines hier in Kuala Lumpur bekommen. Wir sind also in ein anderes Viertel KL’s gezogen und leben nicht mehr mit den Mädels zusammen. Im nächsten Beitrag erzähle ich euch mehr darüber.

Zu guter Letzt: Vielen Dank für eure Advents- und Weihnachtswünsche! Aber dieses wie auch letztes Jahr, werden sich meine Weihnachtstage von den anderen Wochentagen kaum unterscheiden. Bei durchschnittlich 30 Grad kommt einfach keine Weihnachtsstimmung auf. Man sieht nur in den Shoppingmalls und dem ein oder anderen Restaurant einen Weihnachtsbaum stehen oder hier und da mal eine Weihnachtskugel hängen. Das war es aber auch schon an Weihnachtsdeko. Weiterhin fehlen und vermisse ich ein bisschen die Lebkuchen, Spekulatius und Mandelstollen. Ganz zu schweigen von Weihnachtsmärkten oder Glühwein. Alles nicht existent. Von daher, nix mit Weihnachtsstimmung. Vor allem aber fehlt das wichtigste: das Zusammensein mit der Familie. Das heißt, Weihnachten hier ist überhaupt nicht zu vergleichen mit der Festlichkeit wie ihr sie die letzten Wochen erlebt. Ich wünsche euch von Herzen ein besinnliches Weihnachtsfest. Genießt die wertvolle Zeit mit euren Lieben und spannt so viel aus wie möglich! Schließt einmal die Augen auf dem Weihnachtsmarkt für mich und genießt die unterschiedlichen Gerüche und esst einen Lebkuchen und trinkt einen Kinderpunch für mich mit. 🙂

Yeahhh, ihr habt es auch dieses Mal geschafft! 🙂 Wie immer freue ich mich über jedes Kommentar. Fragt eure Fragen, teilt eure Ideen oder Gedanken und hinterlasst eure Mailadresse in der Newsletterbox.

Wie gewohnt an dieser Stelle ein paar Bilder. Die letzten Wochen war ich nicht wirklich im Fotografierfieber. Malaysia ist irgendwie nicht exotisch genug, um mich wirklich in den Bann zu ziehen. Aber zum Glück waren meine Couchsurfer fleißige Fotografen. 🙂 Die Gallerie beginnt mit dem Wasserfall-Tag. Darauf folgt der Abend mit Mia und Caroline, mein Geburtstag im Park und der Moschee, der Petronas Twin Tower Park, Chinatown, ein paar Eindrücken aus der Stadt, dem botanischen Garten mit den Hochzeitspaaren und abschließend Bilder aus den Coffeeshops. Viel Spaß beim Durchklicken. 🙂

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