Thailand – Myanmar – Thailand: Mein März

Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage in Bangkok bleiben. Ich war am Freitag gelandet, hatte einen Host mit einem tollen Appartement für drei Nächte gefunden und fand mich Montagmorgen erneut in der Botschaft Myanmars ein, um ein neues Visum zu beantragen. Dieses konnte ich am darauf folgenden Tag abholen und wie gedacht Mittwochmorgen erneut in den Bus steigen, welcher mich zu weiteren birmanischen Abenteuern bringen sollte.

Tja, Abenteuer wurden es, jedoch nicht auf birmanischer, sondern weiterhin auf thailändischer Seite. Ich blieb für weitere drei Wochen in Thailand bevor es wieder nach Myanmar gehen sollte. Was war passiert? Ein Amerikaner kreuzte noch am Montag nach Beantragung des Visums meinen Weg. Und nachdem wir einen sehr lustigen Dienstag miteinander verbracht hatten, legte ich meinen Myanmar Plan vorerst bei Seite und verbrachte mit ihm den restlichen Monat. Stationen unserer Nordthailand Reise waren Chiang Mai, Pai und Sukhotai. Anschließend gingen wir zu Fuß über die Grenze nach Myanmar, verbrachten weitere 1,5 Wochen dort bevor ich mit einem indischen Freund zurück nach Bangkok flog (welches ich nach drei längeren Aufenthalten nun doch schon etwas besser kenne 😉 ).

Wie gesagt, bin ich nicht so ein großer Thailand Fan, aber das muss man dem Land ja lassen: die Landschaft ist einfach großartig und das Essen inkl. Früchte sehr lecker. Unsere erste Station nach Bangkok hieß Chiang Mai. Die Stadt unterteilt sich in eine Alt- und Neustadt, wobei sich die Altstadt recht nett in einem mit Stadtmauern und einem Kanal umgebenen Viereck befindet. Was haben wir hier so schönes getrieben? Wir haben uns einen Scooter geliehen und waren fast ausschließlich in der Natur unterwegs. Wir haben in einem Wasserfall gebadet, sind zum höchsten Berg der Umgebung gewandert (1685 m), ich habe einiges über Kaffee gelernt, wir waren ein paar Mal auf dem Nachtmarkt, in einer Handvoll Tempel und hatten sehr leckeres Essen. Also rundum eine sehr entspannte und ereignisreiche Zeit. Nach drei oder vier Tagen sind wir zusammen mit einem deutschen Freund und seiner thailändischen Frau noch weiter Richtung Norden gedüst. Der Weg nach Pai ist nicht berühmt berüchtigt – jedoch berühmt gefürchtet. Nach meinen Bustouren in den Bergen Nepals und Myanmars dachte ich eigentlich ich wäre straßen- bzw. serpentinenfest, jedoch weit gefehlt. Die knapp über 250 Kurven nach Pai haben es kräftig in sich. Und in der Tat wurde mir etwas schlecht. Aber wir haben es überstanden. Und die „Strapazen“ lohnten sich. Pai und Umgebung ist eine Reise wert.

Der Ort an sich ist sehr klein und etwas hippiemäßig angehaucht (was meint, wir hören Reggae, haben Rastas und rauchen weed). Eigentlich etwas, was ich nicht so mag bzw. nicht unbedingt brauche. Aber es war doch ganz entspannt und nicht überlaufen. Wettertechnisch war es etwas kühler als in Chiang Mai, aber tagsüber immer noch sehr heiß, abends kühlte es sich zum Glück etwas ab. Auch hier gab es einen Nachtmarkt, mit unglaublich vielseitigem und leckerem Essen. Auch hier haben wir uns einen Scooter geliehen und haben die Umgebung unsicher gemacht. Und auch hier standen der Besuch von Wasserfällen und Wanderungen auf der Tagesordnung. 🙂

Nach so viel Natur mussten dann jedoch wieder ein paar Tempel her. Also beschlossen wir Sukhotai einen Besuch abzustatten. Sukhotai war im ausgehenden 13. Jh. und im 14. Jh. Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches. In dem sehr weitläufigen Geschichtspark reihten sich zig Tempelruinen sowie, wie gewohnt, kleine und große sitzende, liegende und stehende Buddhastatuen. Zusätzlich lag dieser Ort sehr günstig auf unserem Weg zur Grenze nach Myanmar.

Eine Grenze zu Fuß zu überqueren ist für mich nach wie vor eine aufregende Angelegenheit. Vor allem nach Myanmar. Die Übergänge an sich gibt es erst seit wenigen Jahren. Noch immer sind Gebiete Myanmars für Ausländer gesperrt und Grenzen können auf Grund von Unruhen spontan von heute auf morgen geschlossen werden. Doch wir hatten Glück, die Grenze war offen und die Grenzbeamten auf beiden Seiten gut gelaunt. Um in ein anderes Land einreisen zu können, benötigt man vorerst den Ausreisestempel des Landes, welches man verlassen möchte. Dieser Stempel sollte niemals vergessen werden, wenn man Probleme bei der nächsten Einreise vermeiden möchte. Also sucht man erst das Einwanderungsbüro auf der einen und nach Überquerung der Grenze auf der anderen Seite. Gesagt, getan. Wir haben unseren Ausreisestempel erhalten, überquerten die 420 m lange Thailand-Myanmar-Freundschaftsbrücke und wurden mit einem Lächeln und einem freundlichen Mingelaba „auf der andern Seite“ erneut begrüßt. Es folgten Formalitäten wie Registrierung in Büchern und auf Listen. Wir füllten Formulare aus, es wurden Fotos gemacht sowie der Ausweis und das Visum gescannt und mehr als gründlich begutachtet. Nachdem alles für positiv befunden wurde, erhielten wir unseren Einreisestempel. Einem weiteren Besuch Myanmars stand also nichts mehr  im Wege.

Da die Grenzübergänge meist sehr klein sind und fast im Nirgendwo liegen, sollte man sich vorher informieren, wie man an sein erklärtes Ziel kommt. Unser erklärtes Ziel hieß Hpa-an und eine Weiterreise ließ sich gleich im Nebenzimmer des Einwanderungsbüros organisieren. Wie es schien gab es ein oder zwei Mal am Tag einen Bus. Wir waren jedoch zu spät dran um diese Option in Anspruch nehmen zu können. So blieb uns nur die Möglichkeit eines Taxis. Naja, ich würde sagen normalerweise gibt es die Möglichkeit eines Taxis. Für uns wurde eine Mitfahrgelegenheit in einem Privatwagen organisiert. Organisiert im Sinne von: ein Mittelsmann fragt eine Familie an der Grenze wohin sie fahren und ob sie sich etwas dazuverdienen wollen. Wenn die Antwort positiv ausfällt ziehen Mutter, Kind und eine Handvoll Gepäck in den hinteren Teil des Fahrzeugs (Ladefläche) und voilà da hat man sein Taxi/seine Mitfahrgelegenheit. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber gut, ich würde sagen hier handelt es sich um eine Win-Win-Situation. Nach einer gut vier Stunden andauernden rasanten Autofahrt waren wir in Hpa-an, einem Ort, welcher erst seit wenigen Jahren für Ausländer zugänglich ist, angekommen.

Warum wollte ich nach Hpa-an? Ich hatte nur Gutes über dieses kleine Städtchen gehört und gelesen. Ich war sehr gespannt auf die Kalksteinfelsen, welche hunderte Meter hoch in der Landschaft standen, umrahmt von Feldern und kleinen Dörfern.

Unser erster Ausflug führte uns zur Kyauk Ka Lat – Pagoda. Diese goldene Pagode befindet sich auf einem spitzen Felsen, welcher sich auf einer kleinen Insel in mitten eines Sees befindet. Der Felsen ist über eine Holzbrücke zu erreichen und bis zur Hälfte begehbar. „Oben“ angekommen, trifft man auf einen Mönch, welcher Texte rezitiert und Gläubige gegen eine kleine Spende segnet oder mit ihnen zusammen betet. Die Aussicht vom Felsen in die Umgebung ist wunderschön. Man blickt auf Felder und riesige Kalksteinformationen. Den Nachmittag verbrachten wir zur Abkühlung an einer Art „Swimmingpool“. Hier findet sich vor allem die Hpa-aner Jugend und vereinzelt Reisende wie unsereiner ein. Die Becken werden von einer Quelle gespeist, welche aus einer tiefen Felsspalte an die Oberfläche strömt.

Von den fünf bekannten Höhlenheiligtümern in der Umgebung haben wir uns eine zur Besichtigung ausgesucht. Wir wählen mit einer Länge von 800 m die längste Karsthöhle der Region. In der Tat benötigten wir eine Weile für die Durchquerung. Da man sich in einer Art buddhistischen Tempel befindet, läuft man die ganze Zeit barfuß umher. Ein an sich sehr spannendes Ereignis, da man nicht genau sieht wo man hintritt oder in was… Der Boden war an manchen Stellen irgendwie glibberig, jedoch überall kalt und feucht. Nach der lichtdurchfluteten riesigen Felsenhalle am Anfang der Höhle mit einer Handvoll Buddhabildnissen und weiteren Darstellungen von Geistern und Dämonen wird es „nach hinten hin“ relativ dunkel. Die Gänge bleiben relativ riesig, so dass sich das Licht der Lampen etwas verliert. Man folgt also dem mehr oder weniger beleuchteten Weg, bestaunt die Tropfsteinformationen und lauscht den unzähligen Fledermäusen, bis es am anderen Ende wieder hell wird. Am anderen Ende erwartete uns ein toller See. Hier legten wir unsere Pause ein und ließen die Szenerie auf uns wirken. Wir wählen den Weg durch eine weitere kleine Höhle per Boot und einer kleinen Wanderung zur Fuß zurück zum Eingang der Höhle. Und das komplett barfuß. Ich liebe es. 🙂

In Hpa-an gibt es ein buddhistisches Kloster auf einem Berg, in welchem man übernachten kann. – Okay…, entschieden…, nichts sprach gegen eine Übernachtung in einem Kloster. Fast nichts: wollte ich wirklich 800 Höhenmeter überwinden? Zu Fuß? Ja, es schien so. Es war meine Idee, also musste ich da durch. Und da es keine Probleme, sondern nur Herausforderungen gibt (Hahahah…. 😀 ) schnallten wir unsere Trekkingschuhe an, aßen kräftig zu Frühstück, packten reichhaltig Wasser, Früchte und Snacks in unseren Rucksack und machten uns vor der großen Hitze früh morgens auf den Weg.

Ehrlich gesagt, hatte ich schon ein wenig Bammel vor dem Aufstieg. Es sollte nur bergauf gehen, irgendwie logisch…, doch stellte ich meine womöglich vorhandene oder vielleicht nicht vorhandene Fitness in Frage. Doch entschieden war entschieden. Einen Rückzieher gab es nicht. Ich ging mein Tempo, wir machten ordentlich Pausen und sehr witzig: drei ältere Mönche und zwei Kinder fühlten sich womöglich für uns verantwortlich und hatten ein wachsames Auge auf uns geworfen. Wir machten zusammen Pausen, teilen unsere Weintrauben und gingen zusammen eine Abkürzung. Und was soll ich sagen, meine Sorgen waren unbegründet: es war ein hartes Stück Arbeit, aber in gut zwei Stunden nur bergauf hatten wir es geschafft. Wir erreichten den Gipfel zwar völlig durchnässt (Luftfeuchtigkeit und Hitze sei Dank…), aber wir erreichten ihn. Kurz nach Ankunft „bezahlten“ wir unsere Spende und bekamen ein richtiges Zimmer mit zwei Betten und einem Ventilator. Wir hatten sogar eine Dusche und eine richtige Toilette – die wir zwar teilten, aber immerhin. Mit so viel Luxus hatte ich nicht gerechnet. Ich dachte, ich „darf“ die Nacht auf dem Boden verbringen mit einer dünnen Matte als Unterlage und einer Decke – tja weit gefehlt. 🙂 Sowohl der Sonnenunter- als auch -aufgang waren sehr stimmungsvoll. Ist man zur Regenzeit hier, ist die Sicht um ein Vielfaches klarer, aber so ein bissel (viel) Dunst hatte auch etwas für sich. 😉

Myanmar war wie das Letzte Mal sehr, sehr schön. Nach Hpa-an ging es noch einmal für ein paar Tage nach Yangon. Hier trennten sich „mein“ Amerikaner und ich – vorerst. Ich hatte mich mit einem indischen Freund in Yangon verabredet, welcher an einem Projekt in Myanmar arbeitete. Nach zwei gemeinsamen Tagen in Yangon flogen wir zusammen nach Bangkok. Also ein drittes Mal Bangkok für mich. Wieder etwas über eine Woche in einer Stadt, die ich sehr mag. Doch dieses Mal meldeten sich meine Hummeln ziemlich schnell nach Abreise meines indischen Freundes. Alles war offen – nix war entschieden. Es konnte überall hingehen. Und ich sag euch, wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual… Eine Weile versuchte ich mich mit dem Gedanken anzufreunden, Richtung Süden Thailands aufzubrechen. Doch ganz ist mir dies nicht gelungen. Warum auch immer wollte ich in den Flieger steigen und Thailand verlassen. Ich musste einfach woanders hin. Ich hatte eine frühere Freundin, welche nach Sri Lanka gezogen war. Und da Sri Lanka auf meiner Länder-welche-ich-einmal-bereisen-möchte-Liste stand, buchten wir ein Ticket auf die Insel mit einer Woche Zwischenstopp in Kuala Lumpur. Wir waren erneut „mein“ Amerikaner und ich. Ich hatte mich mit Mister USA in Bangkok verabredet. Wir reisten also auch die nächsten Wochen zusammen. Nur damit ihr euch nicht wundert, wenn ich auch in den nächsten Beiträgen in Mehrzahl von mir schreibe…. 😉

Doch bevor es den Kurzbeitrag zur Hauptstadt Malaysias zu lesen gibt, klickt euch durch die Thailand und Myanmar Bilder. Manche Bilder haben wie immer eine Bildbeschreibung, also Informationen einblenden.

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